Warum ich mir das alles antue …
Diese Frage höre ich oft.
Ehrlich gesagt stelle ich sie mir manchmal selbst.
Warum nehme ich als Züchterin all die Arbeit auf mich?
Die schlaflosen Nächte. Die Sorgen. Die unzähligen Tierarztbesuche. Die hohen Kosten.
Die Freude – aber auch die Tränen.
Manchmal sitze ich morgens
mit einer Tasse Kaffee da und denke:
Christine, du könntest dein Leben auch viel einfacher haben.
Und dann kommt ein kleines Ragdollkitten schnurrend auf mich zu, schaut mich mit seinen grossen blauen Augen an und ich weiss wieder ganz genau, warum.
Züchten bedeutet nämlich viel mehr,
als süsse Kätzchen zu haben.
Es bedeutet Verantwortung. Jeden einzelnen Tag.
Es bedeutet, mitten in der Nacht aufzustehen, weil eine Katzenmama ihre Babys bekommt. Es bedeutet, jedes Gramm Gewicht zu kontrollieren und sich Sorgen zu machen, wenn ein Kitten einmal weniger trinkt. Es bedeutet, Krankheiten vorzubeugen, Untersuchungen durchführen zu lassen und niemals an der Gesundheit der Tiere zu sparen.
Ja, Tierarztrechnungen können einem manchmal den Atem rauben. Manchmal frage ich mich sogar, ob der Tierarzt inzwischen schon einen eigenen Parkplatz mit meinem Namen reserviert hat.
Und trotzdem würde ich niemals an der Gesundheit meiner Tiere sparen.
Denn sie vertrauen mir.
Jedes Kitten, das bei uns geboren wird, ist nicht einfach eine Katze. Es ist ein kleines Wunder. Jedes hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Persönlichkeit und wartet auf genau die Familie, zu der es gehört.
Ich freue mich über jedes neue Leben.
Ich fiebere mit, wenn sich die kleinen Augen öffnen.
Ich lache über die ersten tapsigen Schritte.
Ich staune jeden Tag darüber, wie unterschiedlich Geschwister sein können.
Und ja – ich weine manchmal auch, wenn sie ausziehen. Obwohl ich weiss, dass sie in liebevolle Hände kommen.
Doch genau dann beginnt ein neues Kapitel – und eines der schönsten überhaupt.
Es gibt für mich kaum etwas Schöneres, als die Nachrichten der zukünftigen Familien zu lesen. Die Aufregung ist oft riesengross. Da erzählen mir Eltern schmunzelnd, dass die grossen und kleinen Kinder am Abend kaum einschlafen können, weil am nächsten Tag endlich ihre Kätzchen einziehen. Ehrlich gesagt glaube ich, dass die Erwachsenen genauso nervös sind.
Dann klingeln wir an der Haustür.
In meiner Hand der Transportkorb.
Daraus ertönt ein leises, neugieriges Mauzen.
Die Tür öffnet sich – und plötzlich strahlen alle.
Leuchtende Kinderaugen, glückliche zukünftige Katzen-Eltern und manchmal sogar ein paar Freudentränen.
Diese Momente kann man mit Geld nicht bezahlen.
Und dann passiert oft etwas, womit viele gar nicht rechnen.
Unsere Kitten verstecken sich nicht.
Sie steigen mutig aus dem Transportkorb, heben neugierig ihr kleines Näschen und Schwänzchen in die Luft und beginnen, ihre neue Welt zu entdecken.
Zimmer für Zimmer. Ganz selbstverständlich.
Als würden sie sagen:
"Hallo, hier bin ich, was kostet die Welt!"
Genau in diesem Moment weiss ich, dass sich jede schlaflose Nacht, jede Sorge und jede Tierarztrechnung gelohnt hat.
Viele sehen am Ende nur das flauschige Kitten auf einem schönen Foto.
Was sie nicht sehen, sind die unzähligen Stunden dahinter.
Die Reinigung. Die Pflege. Die Wäsche. Hochwertiges Futter. Gesundheitsvorsorge. Dokumentation. Die Beratung der zukünftigen Familien – oft lange vor dem Einzug und auch noch viele Jahre danach.
Eine seriöse Zucht ist kein Hobby, mit dem man reich wird.
Sie ist eine Herzensangelegenheit.
Eine Leidenschaft.
Eine Verantwortung.
Und manchmal auch eine emotionale Achterbahnfahrt.
Zum Schluss möchte ich einfach Danke sagen.
Danke an alle unsere wunderbaren Familien
der ganzen Schweiz
und aktuell
in Muri, Basel und Lauerz.
Danke, dass ihr unsere kleinen Fellkinder so liebevoll in eure Herzen aufgenommen habt. Danke, dass ihr ihnen Geborgenheit, Zeit, Geduld und ganz viel Liebe schenkt.
Es ist für mich das schönste Geschenk zu sehen, wie selbstverständlich sie bei euch dazugehören – als vollwertige Familienmitglieder.
Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr – so Gott will – viele glückliche, gesunde und unvergessliche Jahre miteinander verbringen dürft. Mögen unsere kleinen Schätze euch jeden Tag zum Lachen bringen, euch trösten, wenn ihr traurig seid, und euer Zuhause mit ihrem Schnurren und ihrer Liebe erfüllen.
Genau deshalb mache ich das alles.
Nicht wegen des Geldes.
Nicht wegen der Anerkennung.
Sondern weil ich das grosse Glück habe, kleine Wunder auf ihrem ersten Lebensweg begleiten zu dürfen – bis zu dem Moment, an dem sie ihre Familie finden.
Und jedes einzelne Mal geht dabei auch ein kleines Stück meines Herzens mit. ❤️









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